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Pariser Markthallen
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Pariser Markthallen (französisch Les Halles de Paris) war der Name fĂŒr die Halles centrales, einen Großhandelsmarkt fĂŒr frische Lebensmittel, der sich im Herzen von Paris, im 1. Arrondissement, befand und dem umliegenden Viertel seinen Namen gab. Auf dem Höhepunkt seiner AktivitĂ€t zogen die HĂ€ndler mit ihren StĂ€nden aus Platzmangel sogar in die angrenzenden Straßen.

Sie bilden die Hauptkulisse fĂŒr den Roman Der Bauch von Paris von Émile Zola.

An der Stelle des riesigen Marktes, der bis Anfang der 1970er Jahre existierte, befinden sich heute eine GrĂŒnflĂ€che (der Jardin Nelson Mandela, frĂŒher Jardin des Halles), ein unterirdisches Einkaufszentrum (Forum des Halles) und zahlreiche Bereiche fĂŒr FreizeitaktivitĂ€ten (Schwimmbad, Kino) und kulturelle AktivitĂ€ten (Konservatorium, Bibliothek, Kulturzentrum). Der Bahnhof ChĂątelet - Les Halles, der sich unter dem Komplex befindet, ist der grĂ¶ĂŸte unterirdische Bahnhof der Welt und ermöglicht den Zugang aus dem gesamten Pariser Raum.

Contents

‱ Geschichte
‱ Fischhalle
‱ Fleischhalle
‱ Tuchhalle
‱ Literatur
‱ Weblinks

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„Halles centrales“

Der Hauptmarkt von Paris hat mehrmals seinen Standort gewechselt, um mit der demografischen Entwicklung und dem schnellen Wachstum der Stadt Schritt zu halten. Der erste Markt befand sich auf der Île de la CitĂ©, dann siedelte er sich bis zum Beginn des 12. Jahrhunderts auf der anderen Seite der Seine an, im Freien und auf Lehmboden, an der Place de GrĂšve – die heutige Place de l’HĂŽtel de Ville – Esplanade de la LibĂ©ration.

Um 1110 beschloss Ludwig VI. eine erneute Verlegung auf freies Feld, an den Ort ehemaliger SĂŒmpfe. Diese waren trockengelegt und in Felder umgewandelt worden. Daher stammt der Name Campelli oder Champeaux, den man heute in der Rue des Petits-Champs wiederfindet. Mehr als acht Jahrhunderte lang blieb der Markt an diesem Ort, jetzt in Hallen, wobei diese stĂ€ndig umgebaut wurden, um sich den wachsenden BedĂŒrfnissen der Hauptstadt anzupassen.

Geschichte

Pranger von Les Halles

Der Pranger (Pilori) des Königs in Les Halles war der einzige in Paris, da die Herren der Hochgerichte nur Anspruch auf einen Gerichtsplatz hatten. Der vorige Pranger, der an einer Kreuzung in der NÀhe der Place de GrÚve aufgestellt worden war, war unter der Herrschaft von Ludwigx IX. nach Les Halles verlegt worden.

Er befand sich an der nordöstlichen Ecke des Fischmarkts, in der NÀhe eines Brunnens und eines Kreuzes. Als er in Ruinen fiel, wurde er 1502 wiederhergestellt, 1516 von den Parisern niedergebrannt und 1542 neu gebaut.

Der Pranger in den Hallen war ein Turm mit einem bewohnbaren Erdgeschoss und einem sechseckigen Obergeschoss auf einem beweglichen Eisenrad, mit Platz fĂŒr sechs Verurteilte. Die WĂ€nde waren mit Löchern versehen, durch die der Verurteilte seinen Kopf und seine HĂ€nde steckte. Diese Strafe der schmĂ€hlichen öffentlichen Zurschaustellung an einem besonders belebten Ort wurde gegen HĂ€ndler verhĂ€ngt, die mit falschen Gewichten gehandelt hatten, gegen BankrĂ€uber, falsche Zeugen, ZuhĂ€lter und GotteslĂ€sterer, denen beim fĂŒnften RĂŒckfall die Zunge herausgeschnitten wurde. Er wurde 1789 abgeschafft.cite-ref-1[1]

Bis zum Ende des 17. Jahrhunderts

‱ 1137: Ludwig VI. ordnete die Verlegung der beiden MĂ€rkte (der MarchĂ© Palu auf der Île de la CitĂ© und der Zentralmarkt auf der Place de GrĂšve, die angesichts des Wachstums der Stadt nicht mehr ausreichten) nach Les Champeaux an, einem ehemaligen Sumpfgebiet außerhalb der Stadtmauern, und ließ dort eine große Markthalle an der strategischen Kreuzung von drei wichtigen Straßen, der Rue Saint-Denis, der Rue Montmartre und der Rue Saint-HonorĂ©, errichten.cite-ref-2[2] Ende 1137 befreite der König Ludwig VII. Adelente Gente von allen Abgaben auf ein Haus und einen Ofen, die sie auf dem neuen Markt von Champeaux hatte errichten lassen, der den Namen Fief de la RapĂ©e erhielt und bis zur Revolution bestehen blieb.
‱ 1181–1183: Philipp II. kaufte 1183cite-ref-3[3] oder 1181cite-ref-4[4] den Jahrmarkt Saint-Ladre oder Saint-Lazare, der sich in den nördlichen Vororten der Stadt befand und von der Leprakolonie im Enclos Saint-Lazare abhĂ€ngig war, und verlegte ihn an die Stelle der spĂ€teren Hallen. Dieser Kauf ermöglichte es ihm, das AquĂ€dukt, das Wasser aus den Quellen von Le PrĂ©-Saint-Gervais zum Priorat Saint-Lazare brachte, bis zu den Hallen zu verlĂ€ngern, wo der erste öffentliche Brunnen von Paris errichtet wurde.cite-ref-5[5] Zur EntwĂ€sserung des neuen Marktes wurden 1183 zwei ĂŒberdachte GebĂ€ude errichtet. Zudem regelte der König selbst den Handel mit den wichtigsten Lebensmitteln: Fleisch, Brot und Wein. Einige Jahre spĂ€ter erwarb er von Adam, dem Archidiakon von Paris und spĂ€ter Bischof von ThĂ©rouanne, die GrundstĂŒcke des Fief de ThĂ©rouanne, indem er dem Bistum Paris eine GebĂŒhr zahlte. Es handelte sich jetzt um einen Markt, auf dem auf speziellen PlĂ€tzen Lebensmittel, Textilien, Schuhe und Kurzwaren (Mercerie) verkauft wurden. Die HĂ€ndler ließen sich in besonderen UnterstĂ€nden in der NĂ€he der HĂ€user nieder, in denen sich die festen GeschĂ€fte der Hersteller befanden. So kam es, dass die Rue de la Grande Friperie ihren Namen von der AltkleidergeschĂ€ften (Friperie) erhielt. Nach und nach ließen sich weitere HĂ€ndler um die HĂ€ndler herum nieder, die bereits ihren Platz hier hatten.

‱ Angesichts des zunehmenden Handels ließ Philipp II. die ersten Markthallen fĂŒr TuchhĂ€ndler und Weber bauen, doch der Markt wuchs weiter, so dass 1269 Ludwig IX. drei neue Markthallen bauen ließ (der Ort wurde im Mittelalter weiterhin meist la Halle genannt, in Anlehnung an die Markthalle von 1137): Zwei MĂ€rkte wurden den TuchhĂ€ndlern zugewiesen, der dritte den KurzwarenhĂ€ndlern und den Rauchwarenzurichtern (Corroyeurs).
‱ Ab dem 16. Jahrhundert wurde ĂŒber eine Neuorganisation und die Verbreiterung der Wege nachgedacht. Der Fischgroßhandel in den Pariser Markthallen wurde nicht freihĂ€ndig zwischen VerkĂ€ufern und KĂ€ufern abgewickelt, sondern ĂŒber Versteigerungen und durch öffentliche Beamte.cite-ref-6[6]
‱ 1543: Mit einem Edikt beschloss Franz I. den 29 Jahre dauernden Wiederaufbau der Markthallen, und ging dabei so vor, dass Paris und die Staatskasse davon profitierten. In einem Edikt vom 20. September befahl er die „Versteigerung der leeren PlĂ€tze der Markthallen“ und kĂŒndigte damit an, dass er auf das Recht zum RĂŒckkauf dieser PlĂ€tze verzichten wĂŒrde. Im Gegenzug mussten die KĂ€ufer innerhalb einer bestimmten Frist bestehende GebĂ€ude abreißen und „bequeme HĂ€user und HerrenhĂ€user“ wieder aufbauen. Bis 1572 wurden HĂ€user gebaut, die im Erdgeschoss meist ĂŒberdachte Kolonnaden oder Galerien hatten, die als Piliers des Halles bekannt wurden und erst mit dem Bau der Baltard-Pavillons verschwanden. In der Mitte dieser Arkadengalerien befand sich der Carreau, der Markt fĂŒr Brot, Butter, KĂ€se und Eier.

Ausweitung der MĂ€rkte, vom Ende des 18. Jahrhunderts bis in die 1820er Jahre

Die Markthallen blieben bis in die zweite HĂ€lfte des 18. Jahrhunderts an ihrem mittelalterlichen Standort auf einer begrenzten FlĂ€che, die beim Umbau im 16. Jahrhundert nur geringfĂŒgig vergrĂ¶ĂŸert worden war und nicht mehr mit dem Bevölkerungswachstum Schritt hielt. Außerdem wurden die meisten Waren im Freien auf FlĂ€chen ausgestellt, auf denen sich der MĂŒll ansammelte, mit Ausnahme einiger Teile, die durch Hallen geschĂŒtzt waren, darunter die Fischmarkthallen. In dieser Zeit Ă€nderte sich das Konzept der Stadtverwaltung, was zu Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen wie der Verlegung der stĂ€dtischen Friedhöfe an den Stadtrand und zur Verbesserung der Versorgungslage fĂŒhrte.

Die nach den PlÀnen von Nicolas Le Camus de MéziÚres errichtete Halle aux blés (Weizenhalle) wurde 1763 eröffnet. Die bisherige Weizenhalle wurde zur Fleischhalle, die ihrerseits 1818 auf den Marché des Prouvaires verlegt wurde. Ihre durch einen Brand zerstörte Kuppel wurde 1812 von François-Joseph Bélanger wieder aufgebaut.

Der MarchĂ© des Innocents, ein Blumen-, Obst- und GemĂŒsemarkt in der NĂ€he zwischen der Rue Saint-Denis, der Rue de la Lingerie, der Rue de la Ferronnerie und der Rue aux Fers (der heutigen Rue Berger), wurde am 24. Februar 1789 an der Stelle des ehemaligen Friedhofs CimetiĂšre des Innocents eröffnet, wodurch sich die FlĂ€che von Les Halles verdoppelte.

Napoleon I. regelte das Schlachten der Tiere durch die Einrichtung von fĂŒnf Schlachthöfen am Stadtrand und begann mit einer konsequenten Neuorganisation der Markthallen. Er plante 1811, eine zentrale Markthalle zwischen dem MarchĂ© des Innocents und der Halle aux blĂ©s errichten zu lassen.

Der Fall des Kaiserreichs im Jahr 1815 verzögerte die WeiterfĂŒhrung dieses Projekts, das jedoch mit der Schaffung des MarchĂ© des Prouvaires einen Anfang machte. Dieser Markt wurde 1818 auf einem Rechteck westlich des Standorts des Hallenbereichs der 1850er und 1860er Jahre eröffnet. Der Fleischmarkt, der sich am ursprĂŒnglichen Standort der Weizenhalle befand, wurde dorthin verlegt. An der Stelle dieser ehemaligen Fleischhalle wurde ein KrĂ€utermarkt eingerichtet.cite-ref-vigneau5-7-0[7]

Eine Fischhalle wurde 1822 an der Stelle des alten Fischmarkts (La Marée) errichtet, eine Butter-, Eier- und KÀsehalle 1823 in der NÀhe.cite-ref-vigneau6-8-0[8] In den Jahren 1823 und 1824 wurde eine neue Halle gebaut.

Bis etwa 1840 erfolgte die Versorgung auf dem Wasserweg (Seine, Marne, Oise und KanĂ€le) und mit den Karren der GemĂŒse- und Butterproduzenten ĂŒber eine maximale Entfernung von 100 bis 120 Kilometern, mit Ausnahme von Fisch, der in beschleunigten Konvois aus den HĂ€fen des Ärmelkanals durch die enge Straßen der Stadt in die Markthallen gebracht wurde.

Baltard-Pavillons

Da die Bevölkerung von Paris seit der letzten Erweiterung der MĂ€rkte im Jahr 1818 weiter gewachsen war, wurde eine Neugestaltung der Hallen notwendig. Daher grĂŒndete der PrĂ€fekt Rambuteau die Commission des Halles, die untersuchen sollte, ob die Halles an ihrem Standort bleiben oder verlegt werden sollten.

Zwischen 1841 und 1851 wurden mehrere Projekte vorgelegt, darunter das von Hector Horeau, der 1845 die Verlegung des Marktes auf eine rechteckige FlÀche zwischen der Seine und dem Marché der Innocents vorschlug.cite-ref-9[9]cite-ref-10[10] Eine Verordnung vom 17. Januar 1847 legte den Umfang der zentralen Markthallen von Paris fest.cite-ref-11[11] Im Jahr 1848 wurde ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben, den Victor Baltard zusammen mit Félix Callet gewann.

ZunĂ€chst sah das von der Verwaltung bestĂ€tigte Projekt einen Steinbau mit fast geschlossenen RĂ€umen vor.cite-ref-12[12] Ein erster Steinpavillon wurde dann ab September 1851 gegenĂŒber der Kirche Saint-Eustache errichtet. Aufgrund seines massiven Charakters erhielt er schnell den Spitznamen Fort de la Halle und wurde in den folgenden Jahren immer weiter ausgebaut.

In einem Dekret vom 10. MĂ€rz 1852, das von Louis NapolĂ©on Bonaparte, dem PrĂ€sidenten der Republik, unterzeichnet wurde, wurden „der Umfang der zentralen Markthallen von Paris und die fĂŒr den Durchbruch und die Verbreiterung verschiedener Straßen, die ihre Umgebung erleichtern sollen, notwendigen Ausrichtungen endgĂŒltig festgelegt“. Die sofortige AusfĂŒhrung des Projekts wurde als gemeinnĂŒtzig erklĂ€rt (DĂ©claration d’utilitĂ© publique). Zu diesem Zweck wurde der PrĂ€fekt des Departements Seine, der im Namen der Stadt Paris handelte, ermĂ€chtigt, „entweder gĂŒtlich oder, falls erforderlich, auf dem Wege der Enteignung gemĂ€ĂŸ dem Gesetz vom 3. Mai 1841 die GebĂ€ude oder GebĂ€udeteile, deren Besetzung notwendig ist, zu erwerben“.cite-ref-13[13]

Nach einem Besuch am 12. Juni 1853 forderte Napoleon III. dann den Stopp der Bauarbeiten und die EinfĂŒhrung eines Bausystems aus Metall. Der Kaiser, der vom neu gebauten Gare de l’Est ĂŒberzeugt war, soll zum PrĂ€fekten Haussmann gesagt haben: „Das sind riesige Regenschirme, die ich brauche, nichts weiter!“ Baltard, der bis dahin ein klassischer Architekt war, soll sich damals gegen diese Neuerung gestrĂ€ubt haben.cite-ref-14[14] Napoleon III. wurde auch von seiner Frau, Kaiserin Eugenie, beeinflusst, die von dem brandneuen Crystal Palace, der in London gebaut wurde, begeistert war.cite-ref-15[15] Der Bau dieses ersten Pavillons wurde jedoch fertiggestellt und er blieb bis zu seinem Abriss im Jahr 1866 in Gebrauch.

Nach vielen Versuchen und Zögern und der Vorlage von Alternativprojekten wie dem von Thorelcite-ref-16[16] prĂ€sentierte Victor Baltard 1854 sein endgĂŒltiges Projekt. Er plante, zwölf Pavillons mit GlaswĂ€nden und gusseisernen SĂ€ulen zu errichten.cite-ref-17[17]cite-ref-18[18] Die Pavillons sollten in zwei Gruppen zusammengefasst werden, die durch eine zentrale offene Straße am Kopfende der Kirche Saint-Eustache (entsprechend dem Verlauf der heutigen Allee AndrĂ©-Breton) voneinander getrennt waren, wobei die sechs Pavillons der beiden Gruppen jeweils durch ĂŒberdachte Straßen miteinander verbunden waren. Ein kaiserliches Dekret vom 21. Juni 1854, Ă€nderte den Umfang der Hallen und die festgelegten Fluchtlinien und erklĂ€rte das Projekt fĂŒr gemeinnĂŒtzig.cite-ref-19[19]

Die ersten Pavillons wurden 1857 eröffnet, die anderen 1858, 1860 und 1874. Der erste, 1853 errichtete Steinpavillon wurde 1866 abgerissen und 1869 nach dem Vorbild der anderen Pavillons wieder aufgebaut.cite-ref-20[20] Die zehn Pavillons hatten zusammen eine FlĂ€che von 34.817 Quadratmeter und ersetzten die 8.860 Quadratmeter der frĂŒheren VersorgungsmĂ€rkte (MarchĂ© des Innocents, MarchĂ© des Prouvaires, MarchĂ© de la Verdure, Halle aux ƒufs, Beurre et Fromage, Halle aux Poissons und MarchĂ© du LĂ©gat fĂŒr Kartoffeln).cite-ref-21[21] Jeder Pavillon hat seine SpezialitĂ€t: Nr. 3 fĂŒr Fleisch, Nr. 9 fĂŒr Fisch usw. Obst und GemĂŒse werden auf dem Carreau, in den ĂŒberdachten GĂ€ngen und auf den umliegenden Straßen verkauft.

Die GebĂ€ude auf dem Gebiet der Pavillons und in der Umgebung wurden enteignet und in der Umgebung wurden anstelle der abgerissenen GebĂ€ude mehrere Straßen eröffnet: Rue du Louvre, Rue de Turbigo, Rue des Halles, Rue du Pont-Neuf, Rue Berger und die VerlĂ€ngerung der Rue Pierre-Lescot bis zum Square des Innocents, der anstelle des MarchĂ© des Innocents eröffnet wurde.

So verschwanden der Carreau de la Halle, die Halle aux Fruits, die Halle aux Draps et Toiles, die Rue de la Tonnellerie, die Rue de la Fromagerie, die Rue du Marché-aux-Poirées die Rue de la Cordonnerie, die Rue de la Petite-Friperie, die Rue de la Grande-Friperie, die Rue Jean-de-Bauce, die Rue du Contrat-Social und die Place du Légat.

Ab den 1850er Jahren vergrĂ¶ĂŸerte der Schienenverkehr den Versorgungsradius auf mehrere hundert Kilometer und die Zugangsbedingungen wurden durch den Durchbruch neuer Straßen, der Rue du Pont-Neuf, der Rue de Turbigo und der Rue des Halles, etwas verbessert. Dennoch blieben die Hallen abseits der Hauptverkehrsachsen, der großen Kreuzung der Rue de Rivoli und des Boulevard de SĂ©bastopol. Außerdem waren die Hallen im Gegensatz zu den zur gleichen Zeit entstandenen Abattoirs de la Villette nicht mit der Eisenbahn verbunden, da ein 1854 geplantes Projekt fĂŒr einen Bahnanschluss mit der Linie Petite Ceinture und ĂŒber die Gare de l'Est nicht weiterverfolgt wurde.cite-ref-23[23]

Eine sekundĂ€re Verbindung wurde von 1894 bis 1936 durch die Straßen- und Straßenbahnlinie Arpajonnais geschaffen, die nachts (von 1 Uhr bis 4 Uhr) die Produkte der GemĂŒseanbaubetriebe am sĂŒdlichen Rand der Region (um das 37 km entfernte Arpajon) beförderte und auf dem RĂŒckweg Schlamm abtransportierte, der als DĂŒnger diente. Die auf dieser Nebenstrecke transportierte Menge erreichte 1927 24.440 Tonnen, was nur einen geringen Anteil an der Versorgung von des Hallen ausmachte. Der LKW-Verkehr fĂŒhrte 1936 zur Abschaffung der Arpajonnais und das Viertel wurde zunehmend ĂŒberfĂŒllt.

Die VerkĂ€ufe dehnen sich ĂŒber die Pavillons hinaus in die umliegenden Straßen auf zugewiesene FlĂ€chen aus. Das steigende Volumen der Warentransaktionen fĂŒhrte dazu, dass um 1900 die noch bestehenden EinzelhandelsmĂ€rkte aufgelöst wurden und die zentralen Hallen ausschließlich dem Großhandel vorbehalten waren.cite-ref-24[24] Die Hallen wurden in den 1960er Jahren zu einem der grĂ¶ĂŸten und wichtigsten Einkaufszentren der Stadt.

Abriss der Baltard-Pavillons

1950 schienen die Hallen ĂŒber kurz oder lang zum Erstickungstod verurteilt zu sein. Der Handel war in einigen Bereichen rĂŒcklĂ€ufig; neue KreislĂ€ufe entstanden außerhalb der Hallen in der NĂ€he von Bahnhöfen oder an der Peripherie des Pariser Ballungsraums oder direkt von den ProduktionsstĂ€tten aus. Als die Regierung 1953 beschloss, eine Kette von MĂ€rkten von nationalem Interesse zu schaffen, kam das Problem der Halles de Paris erneut auf die Tagesordnung.

Am 14. MĂ€rz 1960 wurde die Verlegung des Marktes nach Rungis und La Villette beschlossen.

1963 schlug der PrĂ€fekt von Paris die Erneuerung des rechten Ufers zwischen der Seine und dem Gare de l'Est vor. 670 Hektar und 150.000 Einwohner waren betroffen. Das Projekt wurde verschoben, aber der Stadtrat von Paris grĂŒndete eine SociĂ©tĂ© d'Ă©tudes d'amĂ©nagement des Halles et secteurs limitrophes. 1968 wurden die ersten PlanungsentwĂŒrfe vom Pariser Rat zurĂŒckgewiesen. Die SanierungsflĂ€che wurde von 32 auf 15 Hektar reduziert, eine unterirdische Erschließung wurde in Betracht gezogen.

Zwischen dem 27. Februar und dem 1. MĂ€rz 1969 wurde der Umzug des Marktes nach Rungis und La Villette durchgefĂŒhrt. Diese Operation, die damals als „Umzug des Jahrhunderts“ galt, betraf 20.000 Personen, 1.000 Großhandelsunternehmen, 10.000 Kubikmeter Material, 5.000 Tonnen Waren und 1.500 Lkw.cite-ref-25[25] Der Umzug wurde von der Stadt Rungis organisiert. Am 3. und 4. MĂ€rz des folgenden Jahres öffnete der Markt von Rungis offiziell seine Pforten.

Bis zum Beginn der Abrissarbeiten, die zwei Jahre spĂ€ter stattfinden sollten, genehmigte der Pariser PrĂ€fekt Marcel Diebolt die DurchfĂŒhrung von kulturellen Veranstaltungen in den Pavillons.cite-ref-26[26]

Aus Angst vor einer Invasion von Ratten, die auf der Suche nach Nahrung waren, nachdem der Markt nun verschwunden war, schĂŒtteten 150 Techniker zehn Tonnen vergiftetes Futter in die verlassenen GebĂ€ude und töteten damit etwa 20.000 Tiere.cite-ref-27[27]

1970 wurde eine Zone d'amĂ©nagement concertĂ© eingerichtet. Sie erstreckte sich ĂŒber den Bereich der Hallen und das Beaubourg-Plateau. Es wurde beschlossen, das zukĂŒnftige Quartier de l‘Horloge zu entwickeln. 1971 wurden die ersten sechs Pavillons östlich der Rue Baltard abgerissen, um den Bau des RER-Bahnhofs und des Forums zu ermöglichen. 1973 wurden die Pavillons de la Viande, die sĂŒdlichen HĂ€userblocks der Hallen und die Îlots Beaubourg abgerissen. Zwei dieser Pavillons blieben erhalten: Nr. 8, der den Eier- und GeflĂŒgelmarkt beherbergte, wurde abgebaut und in Nogent-sur-Marne wieder aufgebaut, um dort eine Veranstaltungshalle mit dem Namen „Pavillon Baltard“ zu beherbergen, und ein zweiter im Harbor View Park der Stadt Yokohama in Japan, der nur den oberen Teil der ursprĂŒnglichen gusseisernen Struktur ĂŒbernahm.cite-ref-28[28] Die Materialien der anderen Pavillons wurden zum Schrottpreis verkauft.

Nach der Zerstörung der Hallen blieb das „Loch“ Les Halles mehrere Jahre bestehen, wĂ€hrend mehrere Gestaltungsprojekte erfolglos blieben. Im Sommer 1973 wurde dort der Film Touche pas Ă  la femme blanche! von Marco Ferreri gedreht, auch in Roman Polanskis Der Mieter ist es zu sehen.

Nach den Pavillons: Forum, Garten und S-Bahn-Station.

1974 beschloss ValĂ©ry Giscard d’Estaing nach seiner Wahl zum PrĂ€sidenten der Republik, das ursprĂŒnglich geplante internationale Handelszentrum aufzugeben und an seiner Stelle einen Garten anzulegen. Die Abrissarbeiten, wie der Abriss der Rue de la RĂ©ale, wurden fortgesetzt.cite-ref-29[29]

1975 wurde der von den Pariser BĂŒrgern gewĂ€hlte Entwurf verworfen und zunĂ€chst der des spanischen Architekten Ricardo Bofill und spĂ€ter der von Jean Willerval favorisiert. 1978 machte die Gruppe ARPA (Architecture Participative) einen stĂ€dtebaulichen Entwurf mit den Associations de Paris, Champeaux, Copras, CIAH.cite-ref-30[30]

1979 schlug das Projekt „Le Forum“ von dem Architekten Claude Vasconi ein Einkaufszentrum vor. ZunĂ€chst wurde ein Wettbewerb fĂŒr die Gestaltung des Lescot-Teils direkt ĂŒber dem RER-Bahnhof ausgeschrieben. Das Team aus den Architekten Georges Pencreac'h und Claude Vasconi gewann mit seinem Vorschlag, die Einweihung erfolgte 1979. Unter den nicht berĂŒcksichtigten Projekten waren das von Albert Laprade (zwei hohe TĂŒrme, GeschĂ€fte, GĂ€rten, Wohnungen und eine Tiefgarage mit 20.000 PlĂ€tzen) und das von Jean Faugeron (mehrere spindelförmige TĂŒrme, wobei die höchsten 200 Meter erreichen sollten).cite-ref-31[31] Ricardo Bofill gewann die Ausschreibung fĂŒr den oberirdischen Teil, und sein Projekt wurde bis zur Errichtung des Rohbaus mit zwei Stockwerken vorangetrieben, bevor der BĂŒrgermeister von Paris (Jacques Chirac) beschloss, alles abzureißen und stattdessen den Architekten Jean Willerval mit seinen „Regenschirmen“, die 1983 eingeweiht wurden, zu beauftragen. Das Ergebnis wurde allerdings nicht als Erfolg wahrgenommen.

« 
 cette architecture de â€č girolles â€ș ou de â€č parapluies â€ș, dont l’inspiration provenait des pavillons de Baltard, dut en dĂ©finitive accueillir un programme important d’équipements publics. [
] Alors que â€č les Ă©tudes de structure Ă©taient dĂ©jĂ  trĂšs avancĂ©es quand le programme dĂ©finitif des Ă©quipements sociaux a Ă©tĂ© mis au point â€ș, ce bourrage de la structure par des activitĂ©s pour lesquelles elle n’était pas a priori conçue s’est montrĂ©e dĂ©favorable aussi bien vis-Ă -vis de l’expression architecturale que du bon fonctionnement des Ă©quipements en question. »cite-ref-32[32]

Am 7. Dezember 1977 wurde die RER-Station eingeweiht und die Station Les Halles der Linie 4 fĂŒr eine bessere Verbindung verlegt.

Das Forum de commerce et de loisirs wurde am 4. September 1979 eingeweiht. Zwei Hotels, Wohnungen und BĂŒros wurden 1983 errichtet. Der zweite Teil des unterirdischen Forums (Architekt: Paul Chemetov) wurde 1985 eröffnet. Die GĂ€rten wurden 1986 von Louis Arretche angelegt und der Parc ocĂ©anique Cousteau im Juli 1989 eingeweiht.

21. Jahrhundert

‱ 2004: Ein Architekturwettbewerb wurde von der Stadtverwaltung fĂŒr eine vollstĂ€ndige Renovierung des Viertels ausgeschrieben. Vier Architektenteams werden ausgewĂ€hlt: Jean Nouvel, MVRDV/Winy Maas, OMA/Rem Koolhaas und David Mangin. Am 15. Dezember gab der BĂŒrgermeister von Paris, Bertrand DelanoĂ«, die Wahl der Ausschreibungskommission fĂŒr die Neugestaltung der Pariser Markthallen bekannt. Der Entwurf des französischen Architekten und Stadtplaners David Mangin gewann die Wahl, das in dieser Form jedoch nicht umgesetzt wird. Seine Aufgabe ist es, die Umsetzung des Projekts zu koordinieren, von dem er einen Teil realisieren wird. Die Bedingungen, die zu dieser Wahl gefĂŒhrt haben, lösten bei vielen Beobachtern der Pariser Stadtplanung eine erhebliche Polemik aus. Es wurde ein internationaler Wettbewerb ausgeschrieben, um das endgĂŒltige Projekt zu bestimmen.
‱ 2007: Im Juli erhielten die französischen Architekten Patrick Berger und Jacques Anziutti den Zuschlag fĂŒr den Entwurf des zukĂŒnftigen Carreau des Halles mit der CanopĂ©e, einer symbolischen Erhöhung des heutigen Forum des Halles.cite-ref-33[33]
‱ 2010: Im April begannen die Arbeiten zur Neugestaltung von Les Halles, die per PrĂ€fekturerlass (ArrĂȘtĂ© prĂ©fectoral no 2010-189-3 vom 8. Juli 2010) als gemeinnĂŒtzig anerkannt wurdencite-ref-34[34] und die Neugestaltung der öffentlichen FlĂ€chen an der OberflĂ€che, den Bau der CanopĂ©e, den neuen Garten, die Neugestaltung der unterirdischen Straßen und die Neugestaltung des Bahnhofs ChĂątelet-Les-Halles mit dem Forum und ihren ZugĂ€ngen umfassen,cite-ref-35[35] darunter insbesondere die Asbest- und Bleisanierung der alten Hallen fĂŒr einen Betrag von mehr als 1 Million Euro vor Steuern.cite-ref-36[36]cite-ref-37[37]cite-ref-38[38]
‱ 2011: Am 10. Mai begann die Asbestentsorgung im Inneren der Willerval-Pavillons.cite-ref-39[39] Ab dem 17. Mai wurde ein Teil der Rue des Halles fĂŒr den Autoverkehr gesperrt.
‱ 2016: Einweihung der CanopĂ©e

„Vom Bauch zum Herz“

Der Bauch von Paris, den Zola in den Tagen der GroßmĂ€rkte beschwor, hat sich zu einem der HauptgeschĂ€ftszentren der Hauptstadt entwickelt, nahe dem geografischen Zentrum der Stadt und an der Kreuzung der wichtigsten Verkehrswege Verkehrsnetz der Region. Er enthĂ€lt:

‱ den grĂ¶ĂŸten Bahnhof der Stadt, ChĂątelet - Les Halles, mit drei RER-Linien, fĂŒnf Metro-Linien, 15 Buslinien und 13 Noctilien-Linien, die tĂ€glich von durchschnittlich 800 000 Reisenden genutzt werden;
‱ das Forum, das drittgrĂ¶ĂŸte Einkaufszentrum Frankreichs mit 34 Millionen Kunden jĂ€hrlich im Jahr 2016 (das zweitgrĂ¶ĂŸte in der Region Île-de-France nach Les Quatre Temps in La DĂ©fense), mit 26 KinosĂ€len.cite-ref-40[40]
‱ das meistbesuchte Schwimmbad;
‱ eine ĂŒber vier Hektar große Gartenanlage;
‱ ein Netz von ĂŒberwiegend unterirdischen Straßen.
‱ drei Mediatheken der Stadt Paris, zwei Musikmediatheken (eine fĂŒr Konservatorien, die andere fĂŒr die Allgemeinheit) und eine auf Filme spezialisierte Mediathek

Hallen, die in den zentralen Hallen enthalten waren oder in deren NĂ€he errichtet wurden

Fischhalle

Die seit dem Mittelalter in einem Dreieck sĂŒdöstlich der Kirche Saint-Eustache in der NĂ€he des Prangers eingerichtete Halle wurde 1822 an derselben Stelle wieder aufgebaut und 1857 in die Baltard-Pavillons Nr. 9 und Nr. 11 an der Ecke der Rue Rambuteau und der Rue Pierre Lescot verlegt.cite-ref-41[41]

KĂ€sehalle

Der sĂŒdlich der Fischhalle gelegene KĂ€semarkt befand sich in einer 1823 an dieser Stelle errichteten Halle, die auch einen Butter- und Eiermarkt beherbergte und 1857 in den Baltard-Pavillon Nr. 12 an der Ecke der Rue Berger und Rue Pierre Lescot verlegt wurde, der sich in der NĂ€he seines ursprĂŒnglichen Standorts befand.cite-ref-vigneau6-8-1[8] Der KĂ€semarkt befand sich in der NĂ€he der Fischhalle und wurde 1857 in den Baltard-Pavillon Nr. 12 an der Ecke der Rue Berger und Rue Pierre Lescot verlegt.

Fleischhalle

Die Fleischhalle wurde an der Stelle der alten Weizenhalle errichtet, als sie 1770 in das GebĂ€ude verlegt wurde, in dem sich spĂ€ter die Handelsbörse befand. Sie wurde auf den 1818 eröffneten MarchĂ© des Prouvaires und 1860 in den Baltard-Pavillon Nr. 3 in der Rue Rambuteau sĂŒdlich der Kirche Saint-Eustache verlegt.cite-ref-vigneau5-7-1[7] Die Fleischhalle wurde spĂ€ter in das GebĂ€ude der Handelsbörse verlegt.

Weizen- und Mehlhalle

Die alte Halle au blé war zwischen der Rue de la Tonnelleriecite-ref-42[42]cite-ref-43[43] und der Rue de la Fromagerie auf der Place des Halles angesiedelt.

Da dieser Markt zu klein geworden war, beschloss die Stadt 1762, den Markt in ein GebÀude zu verlegen, das an der Stelle des HÎtel de Soissons errichtet wurde, das die Stadt einige Jahre zuvor gekauft hatte und von dem noch die Colonne Médicis, erhalten ist.cite-ref-44[44]

Die von 1763 bis 1767 nach den PlĂ€nen von Nicolas Le Camus de MĂ©ziĂšres errichtete Weizen- und Mehlhalle wurde 1770 mit einem zentralen Luftschacht eingeweiht, der 1782 von einer Holzkuppel ĂŒberdacht wurde. Diese wurde 1802 durch einen Brand zerstört und durch eine neue Eisenkonstruktion ersetzt, die zunĂ€chst mit Bleifolie und spĂ€ter mit Glasscheiben verkleidet wurde und 1854 erneut einem Brand zum Opfer fiel. Erneut renoviert, wurde das GebĂ€ude als Bourse de commerce zum Sitz der Handelsbörse. Die Fleischhalle wurde an der Stelle der alten Weizenhalle errichtet, die 1818 zum KrĂ€utermarkt wurde.

KrÀuterhalle

Sie ist die Hochburg der KrĂ€uter- und GemĂŒsehĂ€ndler und in vielen StĂ€dten Frankreichs zu finden. Sie wurde 1818 an der Stelle der alten Fleischhalle errichtet, die ihrerseits die Stelle der alten Weizenhalle war, bevor sie 1770 in das zu diesem Zweck errichtete GebĂ€ude verlegt wurde, das spĂ€ter die Pariser Handelsbörse werden sollte. Die KrĂ€uterhalle wurde 1858 in den Baltard-Pavillons Nr. 7 und Nr. 8 (Obst und GemĂŒse) untergebracht.

Tuchhalle

Die Halle aux draps war seit dem 15. Jahrhundert zwischen der Rue de la Poterie und der Rue de la Petite-Friperie sĂŒdlich des Carreau des Halles angesiedelt. Sie wurde 1786 unter dem Namen „Halle aux draps et toiles“ von Jacques Molinos und Jacques-Guillaume Legrand wieder aufgebaut. Das GebĂ€ude brannte 1855 ab.

Markthallen, die in anderen Stadtteilen von Paris errichtet wurden

Halle aux Gibiers

Sie wurde 1810 vom Architekten Célestin-Joseph Happe erbaut und befand sich am Quai des Grands-Augustins.

Halle aux Cuirs

Die erste Markthalle wurde von Ludwig IX. in der Rue de la Lingerie in der NĂ€he der Tuchhalle im SĂŒden des Carreau des Halles errichtet. Sie wurde in die Rue Mauconseil, an den Ort der ehemaligen ComĂ©die italienne, verlegt und blieb dort bis 1866. Am 18. MĂ€rz 1866 wurde eine neue Lederhalle eingeweiht. Sie wurde auf den NebengebĂ€uden des ehemaligen Hospice des Cent-Filles errichtet und nahm eine FlĂ€che von einem Hektar ein, die sich an der Stelle des heutigen Campus Censier befand und somit ein Viereck bildete, das von der Rue Censier, der Rue de la Clef, der Rue Santeuil und der Rue du Fer-Ă -Moulin begrenzt wurde. Neben den BĂŒros verfĂŒgte das GebĂ€ude ĂŒber riesige LagerrĂ€ume, deren Haupteingang sich in der Rue Santeuil befand, ein 1350 Quadratmeter großer Hof bildete das Carreau der Halle; darĂŒber waren zwei Stockwerke mit GeschĂ€ften eingerichtet; darunter dienten riesige unterirdische GĂ€nge als Keller, in denen Öle, Essenzen, Lacke und alle fĂŒr die Weißgerbung unerlĂ€sslichen Fettkörper gelagert wurden. Eine Polizeiverordnung vom 12. MĂ€rz 1866 legte die Funktionsweise sowie die Öffnungs-, Schließ- und Verkaufszeiten fest.cite-ref-45[45]

In der Nacht vom 11. auf den 12. Mai 1906 wurde sie von einem Feuer heimgesucht, das sie völlig zerstörte. Die Lederhalle wurde nicht an derselben Stelle wieder aufgebaut, da sich das Viertel, in dem sie stand, innerhalb weniger Jahre durch den Bau neuer WohnhĂ€user völlig verĂ€ndert hatte und die Bewohner sich nicht mit den Unannehmlichkeiten der nahe gelegenen Lederindustrie abgefunden hĂ€tten. Umso mehr, als das in der Nachbarschaft gelegene GefĂ€ngnis Sainte-PĂ©lagie 1899 stillgelegt und abgerissen wurde, wĂ€hrend die BiĂšvre, die bislang von den AbfĂ€llen der Schlachthöfe, KrankenhĂ€user, AbwasserkanĂ€le und der Pelzindustrie (Gerberei und FĂ€rberei) belastet worden war, nun in diesem Teil ihres Laufs ĂŒberdeckt wurde.cite-ref-46[46]

Halle aux Veaux

Vor 1646 befand sich die KÀlberhalle in der Rue de la Planche-Mibray, am Ende der Rue Vieille-Place-aux-Veaux. Durch ein Urteil vom 8. Februar 1646 wurde der KÀlbermarkt an den Quai des Ormes verlegt. Mit Patentbriefen vom August 1772 ordnete König Ludwig XV. den Bau einer neuen Halle an. Am 28. MÀrz 1774cite-ref-47[47] wurde von Nicolas Lenoir eine neue KÀlberhalle gebaut. Sie befand sich zwischen der Rue de Pontoise und der Rue de Poissy im ehemaligen 12. Pariser Arrondissement, Quartier Jardin du Roi (heute das Quartier Saint-Victor im 5. Arrondissement).cite-ref-48[48]

Halle aux vieux Linges

Sie wurde 1811 von Jacques Molinos erbaut und befand sich in der Rue du Temple.

Halle aux vins

Die Halle war ein Lehen der WeinhĂ€ndler, umgangssprachlich Les Pinardiers genannt. Seit 1666 befand sie sich am Quai Saint-Bernard, auf dem GelĂ€nde des heutigen Jussieu-Campus (FakultĂ€t fĂŒr Naturwissenschaften), noch im 5. Arrondissement von Paris, entlang der Seine, wo die LastkĂ€hne ankamen. Die FakultĂ€t wurde von 1958 bis 1972 gebaut und 1970 (Paris VII) und 1971 (Paris VI) eingeweiht. Lange Zeit wurde sie allgemein als „FakultĂ€t fĂŒr Wissenschaften der Weinhalle“ und ihr großer Turm als „Zamanski-Turm“ bezeichnet, benannt nach dem Dekan der FakultĂ€t. Diese inoffiziellen Namen sind heute aus der Mode gekommen. Auf dem ehemaligen GelĂ€nde der Halle aux Vins befindet sich außerdem das 1987 eingeweihte Institut du monde arabe.

Grenier de Réserve

Er wurde 1807 von Delanoy erbaut und befand sich am Boulevard Bourdon.

Regrat des Halles

Unter Regrat versteht man den Verkauf von Lebensmitteln in kleinen Mengen und aus zweiter Hand. Im Regrat, im Abfall der Hallen, verkaufte man zumindest im 18. Jahrhundert die LebensmittelabfĂ€lle. In seinem 1962 erschienenen Buch Les Halles de Paris des origins Ă  1789. Évolution matĂ©rielle, juridique et Ă©comnomique erwĂ€hnt der Autor Jean Martineau, dass der Regrat ĂŒberdauerte, weil es eine ganze Bevölkerungsschicht mit so geringem Einkommen gab, dass sie die auf den MĂ€rkten angebotenen Lebensmittel nicht zum Normalpreis kaufen konnte.cite-ref-49[49]

Jacques Savary des Bruslons weist in seinem 1727 veröffentlichten Dictionnaire universelle du commerce de Savary darauf hin:

„In Ă€hnlicher Weise verkaufen die kleinen RegratiĂšres in der Halle Ă  la PoirĂ©e, vor der TĂŒr der großen Halle, ihre FrĂŒchte entsprechend den Jahreszeiten, wie Kirschen, Johannisbeeren, Pfirsiche, Aprikosen. [
] Dazu gehören auch einige arme Menschen, die einen kleinen Handel mit KrĂ€utern, GemĂŒse, Eiern, Butter und KĂ€se betreiben, und zwar aufgrund von Briefen, die als „Lettres de Regrat“ bezeichnet werden.“cite-ref-50[50]

Im selben Jahrhundert drĂŒckt sich Rameau in Rameaus Neffe von Denis Diderot folgendermaßen aus, nachdem er von seinen BeschĂŒtzern vertrieben worden war:

« 
Vous vous en ĂȘtes allĂ© en vous mordant les doigts ; c’est votre langue maudite qu’il fallait mordre auparavant. Pour ne vous en ĂȘtre pas avisĂ©, vous voilĂ  sur le pavĂ©, sans le sol, et ne sachant oĂč donner de la tĂȘte. Vous Ă©tiez nourri Ă  bouche que veux-tu, et vous retournerez au regrat ; 
 »

„
Du bist weggegangen und hast dir in die Finger gebissen; es war deine verfluchte Zunge, die vorher gebissen werden musste. Weil du es nicht bemerkt hast, stehst du hier auf dem BĂŒrgersteig, ohne Boden und weißt nicht, wohin du dich wenden sollst. Du wurdest mit dem Mund gefĂŒttert, was willst du? und du wirst zum Regrat zurĂŒckkehren; 
.“

Filmographie

‱ Voici le temps des assassins, von Julien Duvivier, 1956.
‱ Les Rois mages, von Bernard Campan und Didier Bourdon, 2001.
‱ La Route, Fernsehserie von Pierre Cardinal, 1964.

Literatur

‱ Anonym: Les Halles centrales de Paris, construites sous le rĂšgne de NapolĂ©on III. A. Morel, 1862 (gallica.bnf.fr).
‱ Charles Garnier: Notice sur Victor Baltard. Firmin-Didot, 1874 (gallica.bnf.fr).
‱ Paul SĂ©dille: Victor Baltard, architecte. In: Gazette des Beaux-Arts, Nr. 1,‎ 1874, S. 485–496 (gallica.bnf.fr).
‱ LĂ©on Biollay, Les Anciennes Halles de Paris. In: MĂ©moires de la SociĂ©tĂ© de l’histoire de Paris et de l’Île-de-France, 1876, Band 3, S. 293–355, (gallica.bnf.fr).
‱ Georges-EugĂšne Haussmann: MĂ©moires. Band 3. 1879 (gallica.bnf.fr).
‱ Jules Vigneau: Les Halles centrales aujourd’hui et autrefois. Librairie Ed. Duruy, Paris 1903 (gallica.bnf.fr).
‱ Pierre Lavedan: La Question du dĂ©placement de Paris et du transfert des Halles, au Conseil municipal sous la Monarchie de Juillet. Commission des travaux historiques, Paris 1969.
‱ Bertrand Lemoine: Les Halles de Paris. Éditions L’Équerre, 1980.
‱ Jean-Louis Robert, Myriam Tsikounas (Hrsg.): Les Halles. Images d’un quartier. Vorwort von Alain Corbin. Publications de la Sorbonne, Paris 2004.
‱ Françoise Fromonot: La campagne des Halles. Les nouveaux malheurs de Paris. Éditions La Fabrique, 2005.
‱ Françoise Fromonot: La comĂ©die des Halles. Intrigue et mise en scĂšne. Éditions La Fabrique, 2019.
‱ Philippe Mellot: La Vie secrùte des Halles de Paris. Éditions Omnibus, 2010.
‱ Patrice de Moncan: Paris, les Halles de Baltard. Éditions du MĂ©cĂšne, 1992 (Neuausgabe 2010).

Weblinks

Commons

: Les Halles

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: Les Halles de Paris

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‱ Les Halles de Paris à travers l’histoire, historie-image.org, abgerufen am 10. August 2023.

Anmerkungen

cite-note-11. ↑ Jacques Hillairet: Gibets, piloris et cachots du vieux Paris. Paris, Éditions de Minuit, 1956, S. 48–50.
cite-note-22. ↑ Les Halles. Le Moyen Âge (paris-atlas-historique.fr, abgerufen am 30. Januar 2019).
cite-note-33. ↑ EugĂšne Pottet: Histoire de Saint-Lazare (1122–1912). SociĂ©tĂ© française d’imprimerie et de librairie, 1. Ausgabe, 1912, S. 12 (gallica.bn.fr).
cite-note-44. ↑ FĂ©lix Lazare, Louis Lazare: Dictionnaire administratif et historique des rues de Paris et de ses monuments. 1844–1849, S. 367 f. (gallica.bn.fr).
cite-note-55. ↑ Philippe Lorentz, Dany Sandron: Atlas de Paris au Moyen-Âge. Parigramme, Oktober 2006, ISBN 2-84096-402-3), S. 219.
cite-note-66. ↑ Reynald Abad, Aux origines du suicide de Vatel : les difficultĂ©s de l’approvisionnement en marĂ©e au temps de Louis XIV, in: Dix-septiĂšme siĂšcle, Band 4, 2002, Nr. 217, S. 631–641.
cite-note-vigneau5-77. ↑ Jules Vigneau: Les Halles centrales aujourd’hui et autrefois. S. 5 f.
cite-note-vigneau6-88. ↑ Jules Vigneau: Les Halles centrales aujourd’hui et autrefois. S. 6.
cite-note-99. ↑ Pierre Pinon: Atlas du Paris hausmannien, Paris, Parigramme, September 2016, ISBN 978-2-37395-008-3, S. 100
cite-note-1010. ↑ Halles centrales. Projet Horeau. Projet de l'administration (gallica.bnf.fr)
cite-note-1111. ↑ Plan d'ensemble des halles centrales de Paris tracĂ© conformĂ©ment au plan annexĂ© Ă  l'ordonnance royale du 17 janvier 1847 (gallica.bnf.fr)
cite-note-1212. ↑ Garnier, S. 6
cite-note-1313. ↑ Adolphe Alphand, Adrien Deville, Émile Hochereau, Ville de Paris : Recueil des lettres patentes, ordonnances royales, dĂ©crets et arrĂȘtĂ©s prĂ©fectoraux concernant les voies publiques, Paris, Imprimerie nouvelle (association ouvriĂšre), 1886, DĂ©cret du 10 mars 1852 S. 261 (gallica.bnf.fr)
cite-note-1414. ↑ Haussmann, S. 479
cite-note-1515. ↑ EugĂ©nie de Montijo et les Halles Centrales (cremeriedeparis)
cite-note-1616. ↑ Yvan Christ: Paris des utopies. Éditions Nicolas Chaudun, 2011, S. 190.
cite-note-1717. ↑ SĂ©dille, S.. 492
cite-note-1818. ↑ Anonym 1862, S. 11 f.
cite-note-1919. ↑ Adolphe Alphand, op. cit., S. 282.
cite-note-2020. ↑ Jules Vigneau: Les Halles centrales aujourd’hui et autrefois. S. 13 f.
cite-note-2121. ↑ Jules Vigneau: Les Halles centrales aujourd’hui et autrefois. S. 7 und S. 13
cite-note-221. Aus: Victor Baltard, Félix Callet, Monographie des Halles centrales de Paris, construites sous le rÚgne de Napoléon III et sous l'administration de M. le baron Haussmann, sénateur, préfet du département de la Seine, A. Morel, Paris, 1863.
cite-note-2323. ↑ Plan Ă  l'appui d'un projet de chemin de fer destinĂ© Ă  relier les halles centrales de Paris avec le chemin de fer de ceinture (gallica.bnf.fr)
cite-note-2424. ↑ Jules Vigneau: Les Halles centrales aujourd’hui et autrefois. S. 110.
cite-note-2525. ↑ Rungis fĂȘte ses 40 ans, Le Journal du Dimanche, 2009 (abgerufen am 31. Januar 2019)
cite-note-2626. ↑ Historique du premier chantier des Halles (acomplir.asso.fr, abgerufen am 31. Januar 2019)
cite-note-2727. ↑ Olivier Thomas, Les rats sont entrĂ©s dans Paris, L'Histoire Nr. 469, MĂ€rz 2020, S. 12–19 (L’Histoire, abgerufen am 10. August 2023)
cite-note-2828. ↑ Koordinaten: 35° 26' 32" N, 139° 39' 10" O
cite-note-2929. ↑ Charles Marville, Vues du Vieux Paris. Rue de la RĂ©ale, vers 1866. (vergue.com vergue.com, abgerufen am 31. Januar 2019).
cite-note-3030. ↑ Marie-Christine Husson: Chirac se penche sur le trou des halles. Liberation,‎ 18. Oktober 1978.
cite-note-3131. ↑ Bruno D. Cot: Paris. Les projets fous
 auxquels vous avez Ă©chappĂ©. Cahier central, L'Express, 29. MĂ€rz 2013, S. VIII.
cite-note-3232. ↑ Les Halles, diagnostic patrimonial. Juli 2004. 5.2 Les constructions et Ă©difices de surface. S. 56.
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cite-note-3434. ↑ La rĂ©novation des Halles dĂ©clarĂ©e d'utilitĂ© publique, (L'Obs,‎ 23. Juli 2010, abgerufen am 10. August 2023).
cite-note-3535. ↑ 2010. DĂ©but des travaux, www.parisleshalles.fr (abgerufen am 31. Januar 2019)
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cite-note-3737. ↑ Le chantier des Halles, opĂ©ration Ă  cƓur ouvert, Le Monde, 26. April 2012 (lemonde.fr, abgerufen am 13. Juli 2014)
cite-note-3838. ↑ commons:File:Les Halles, July 30, 2010.jpg
cite-note-3939. ↑ PremiĂšres opĂ©rations de dĂ©samiantage Ă  l’intĂ©rieur des pavillons Willerval, 10 Mai 2011 (abgerufen am 13. Juli 2014)
cite-note-4040. ↑ ClĂ©mentine Maligorne, 7 choses Ă  savoir sur les centres commerciaux en France, (Le Figaro,‎ 15. Dezember 2017, abgerufen am 10. Augusg 2023)
cite-note-4141. ↑ Jules Vigneau: Les Halles centrales aujourd’hui et autrefois. S. 5.
cite-note-4242. ↑ Die Rue de la Tonnellerie, die beim Bau der Halles centrales durch Victor Baltard abgerissern wurde, verband die Rue saint-HonorĂ© mit der Rue Rambuteau
cite-note-4343. ↑ Rue de la Tonnellerie, grande-boucherie, abgerufen am 31. Januar 2019.
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48.86222222.34555556coordinatesKoordinaten: 48° 51â€Č 44″ N, 2° 20â€Č 44″ O